Prüfverfahren
Charpy-Versuch bis -60 °C nach DIN EN ISO 148-1
Der Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy untersucht das Verhalten eines Werkstoffs bei schlagartiger Belastung. Dabei wird bestimmt, wie viel Energie eine gekerbte Probe bis zum Bruch aufnehmen kann. So lässt sich insbesondere die Sprödbruchneigung von Stählen bei niedrigen Temperaturen beurteilen.
probenspektrum
Prüfproben für Standard- und Sondergeometrien
Geprüft werden Standardproben mit Breiten von 2,5 mm, 5 mm, 7,5 mm und 10 mm. Zusätzlich können Kleinstproben und Proben mit besonderen Geometrien untersucht werden. Dadurch ist die Prüfung auch bei begrenzten Bauteilabmessungen möglich.
Norm
DIN EN ISO 148-1 · Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy der internationale Standard für metallische Werkstoffe. Die Prüfung liefert die verbrauchte Schlagarbeit (KV) in Joule als Maß für die Zähigkeit.
Messprinzip
Ein Pendelhammer trifft auf die gekerbte Probe und zerbricht sie. Aus der Differenz zwischen der Ausgangsenergie und der verbleibenden Energie wird die aufgenommene Kerbschlagarbeit bestimmt.
Temperaturbereich
Die Prüfung ist bei unterschiedlichen Temperaturen bis zu −60 °C möglich. Durch Messungen bei mehreren Temperaturen kann der Übergang vom duktilen zum spröden Bruchverhalten ermittelt werden.
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Zähigkeit bei tiefen Temperaturen messbar gemacht
bis -60 °C
Tieftemperaturprüfung für Sprödbruch-Bewertung Offshore, Kältetechnik, Winteranwendungen.
2,5 bis 10 mm
Alle Standardprobenbreiten plus Kleinstproben für Sonderfälle und kleine Bauteile.
Übergangskurve
Prüfung bei mehreren Temperaturen für Steilabfall und Übergangstemperatur.
Pendelschlagwerk
Nach DIN EN ISO 148-1 mit dokumentierter Kerbgeometrie (V- oder U-Kerb).
Häufige Fragen zum Kerbschlagbiegeversuch
V-Kerb oder U-Kerb — was empfehlen Sie?
Standard ist der V-Kerb nach DIN EN ISO 148-1 — die am weitesten verbreitete Kerbform für Stähle. Der U-Kerb wird nur bei bestimmten Werkstoffen oder historischen Spezifikationen verwendet. Wir besprechen mit Ihnen, welche Kerbform für Ihre Fragestellung relevant ist.
Wie viele Proben pro Temperatur sind sinnvoll?
Nach Norm 3 Proben pro Temperatur, der Mittelwert ist der Kennwert. Für eine vollständige Übergangskurve empfehlen wir 4–6 Temperaturstufen mit jeweils 3 Proben — insgesamt also 12–18 Proben. Bei einzelnen Nachweisen (z. B. Mindestzähigkeit bei einer Temperatur) reichen oft 3.
Können Sie die Übergangstemperatur bestimmen?
Ja. Aus Prüfungen bei mehreren Temperaturen ermitteln wir den Steilabfall und die Übergangstemperatur (häufig definiert als T27J oder T50%). Die Übergangskurve dokumentieren wir grafisch im Prüfbericht.
Wie werden die Proben gekühlt?
Wir kühlen die Proben auf die gewünschte Prüftemperatur in einem dafür vorgesehenen Bad ab, vor dem Schlag wird die Temperatur kurz überprüft. Der Weg von der Kühlung zur Schlagprüfung folgt der in DIN EN ISO 148-1 vorgegebenen Transferzeit, damit der Wert nicht verfälscht wird.